Am 25. Februar 2026 erlebten die Klassen E-SP51 und E-SP52 einen besonderen Workshop mit André Sole-Bergers von der Lebenshilfe Viersen e.V.. Gemeinsam mit Nina Ückert und Daniel Heitz machte er Inklusion nicht nur zum Thema - sondern zur praktischen Erfahrung. Mit Gewichtsanzug, Tremor-Handschuhen, Rollstuhl und Blindenstock konnten wir selbst ausprobieren, wie sich Einschränkungen anfühlen. Schon kleine Steigungen, Türen oder ungewohnte Geräusche wurden zu echten Herausforderungen. Es wurde schnell klar: Unser Schulgebäude ist alles andere als barrierefrei. Besonders beeindruckend war Ninas Geschichte. Sie lebt im elektrischen Rollstuhl und arbeitet als Gewaltpräventionsbeauftragte. Offen erzählte sie von defekten Aufzügen, hohen Supermarktregalen und von Menschen, die über sie sprechen statt mit ihr. Ihre Botschaft: "Mit Menschen reden - nicht über sie." Ihr berührender Vergleich wird uns im Kopf bleiben: "Der Mensch ist das Kunstwerk. Der Rollstuhl ist nur der Rahmen."
Wer mehr Einblicke in die Arbeit und das Leben von Menschen mit Unterstützungsbedarf in Viersen erhalten möchte, findet diese auf Instagramm unter @lebenshilfe_kreis_viersen. Der Workshop führte auch in ein dunkles Kapitel der Geschichte: In der heutigen Kent School in Waldniel-Hostert wurden während der NS-Zeit Kinder mit Behinderung ermordet. Ein Mahnmal dafür, wie wichtig Wachsamkeit und Menschlichkeit sind. André möchte die Geschichte von Ally, einem vierjährigen Mädchen mit Down-Syndrom, verfilmen, das dort innerhalb weniger Wochen getötet wurde. Für dieses wichtige Projekt werden noch Unterstützer*innen gesucht.
Spenden für den Film sind möglich unter:
https://www.lebenshilfe-viersen.de/de/kultur/ally-der-film/
Was wir aus diesem Workshop mitnehmen: Nicht wegsehen! Freundlich Hilfe anbieten. Offen, respektvoll und menschlich sein. Barrierefreiheit nützt uns allen - vielleicht eines Tages auch uns selbst. Jeder kann heute damit anfangen.
Hannah Düppers und Jeannine Skiba (E-SP52)
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